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Tanner Mirabel

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  • »Tanner Mirabel« ist der Autor dieses Themas

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29.12.2010, 13:04

Anfänger-Guide zum Erstellen eines RP-Charakters

Im Grunde genommen ist Rollenspiel nichts anderes, als in die Rolle einer fiktiven Person zu schlüpfen und in dieser Form mit anderen Spielern zu interagieren.

Das klingt zunächst einmal sehr einfach – und ist es eigentlich auch. Trotzdem gibt es natürlich auch beim RP gewisse Regeln zu beachten, damit sich ein für alle Teilnehmer befriedigendes Spielerlebnis ergibt. Darüber hinaus gibt es mittlerweile viele unterschiedliche Definitionen, wie weit Rollenspiel geht und was RP eigentlich ist – und was nicht. In diesem Beispiel werden wir jedoch versuchen, uns an die gängigen Verhaltensweisen zu halten.

Zunächst einmal gilt es jedoch, die Person zu definieren, deren Rolle man später im Spiel verkörpern möchte. Diese orientiert sich in der Regel an der Spielwelt, in der sie leben wird. Bei dieser kann es sich sowohl um etwas Selbsterdachtes als auch um eine bereits vorhandene Welt handeln.

Da es sich bei beim Outpost7 um eine Gemeinschaft handelt, die sich das Star Wars Universum in der Zeit von SWTOR als geschichtlichen Hintergrund ausgesucht hat, werden wir dieses bei den folgenden Schritten als Grundlage verwenden.

Wir haben nun also eine Spielwelt, in der unser Charakter zukünftig leben und seine Abenteuer erleben wird. Dieses Universum bietet uns aufgrund seiner Vielfältigkeit eine Menge an Optionen, schränkt unsere Möglichkeiten auf der anderen Seite jedoch auch ein. Zum Beispiel muss die eigene Rolle glaubhaft sein und zur Spielumgebung passen, wenn Rollenspiel funktionieren soll. Ein Förderationsoffizier aus Star Trek wäre für unser Beispiel ebenso unpassend wie ein Sith-Schüler von Darth Vader. Zwar passt Letzterer in das Universum, jedoch nicht in den vorgegebenen zeitlichen Rahmen.

Zunächst sollten wir uns also Gedanken machen, ob unser alter Ego männlich, weiblich oder möglicherweise keins von beiden ist. Die nächste Überlegung wäre dann die eigene Rasse, wobei diese zu unserer Auswahl bezüglich des Geschlechts passen sollte. Die Wahl einer geschlechtsneutralen Spezies wäre als männlicher Artgenosse nicht so günstig. Auf solche Konstellationen sollte man verzichten, da entsprechende Widersprüche die Glaubhaftigkeit des eigenen Charakters unnötig schmählern. Grundsätzlich empfiehlt es sich immer, vor der Entscheidung ein wenig zu recherchieren.

Für unser Beispiel verwenden wir der Einfachheit halber einen männlichen Menschen.

Als nächstes kommt eine weitere wichtige Entscheidung auf den Spieler zu – die Wahl des eigenen Namens. Das klingt zunächst banal, ist jedoch nicht so einfach, wie es klingt. Hier gilt es einiges zu beachten. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Name und ggf. Nachname schon allein deshalb sehr wichtig ist, weil sich der Spieler langfristig darüber mit dem Charakter identifiziert, sollte er auch zum Universum und zum Charakter selbst passen. Das geht zwar nicht so weit, dass man beispielsweise bei der Wahl eines Wookies nur Namen in der jeweiligen Sprache wählen darf, doch sollte man einige Grundsätzlichkeiten und No-Go´s berücksichtigen:

Die Vermeidung von anstößigen Namen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Auf unsinnige Namen, Wortkreationen und Abkürzungen sollte in der Regel ebenfalls verzichtet werden. Namen wie „Marsmensch“, „Roffelkopf“, „DerMacher“ und „Gfdfsd“ gilt es daher klar zu vermeiden. Auch ist die Verwendung von Namen aus dem realen Leben wie beispielsweise beliebten Schauspielern ist nicht zu empfehlen. Dazu gehören auch die Namen von bekannten Akteuren aus dem Star Wars Universum selbst. „Han Solo“ ist also ebenfalls keine gute Wahl und würde bei anderen Spielern mit Sicherheit massive Minuspunkte einfahren. Mit ein wenig Kreativität wird jedoch sicher jeder einen geeigneten Namen finden.

Für unser Beispiel verwenden wir den Namen Gerrit Thomson und unser Charakter nimmt langsam Formen an.

Fahren wir mit dem Aussehen fort. Hier sollte sich jeder selbst unter Berücksichtigung von Rasse und Geschlecht Gedanken machen, wie sein persönlicher Charakter aussehen soll. Größe, Gewicht, Körperbau, Gesicht, Haare etc. sind alles wichtige Merkmale. All das, was andere, die diesem Charakter begegnen, sehen können, ist wichtig. Dazu gehört zum krönenden Abschluss auch die Kleidung der eigenen Figur.

Gerrit Thomson ist nun also ein 1,80m großer, durchschnittlich gebauter Mann mit kurzen, schwarzen Haaren und blauen Augen. Er hat einen Dreitagebart und schaut etwas grimmig drein. Eine kleine Narbe über dem linken Auge verleiht ihm ein eher verwegenes Aussehen. Bekleidet ist Thomson mit einer typisch mandolorianischen Rüstung über einem schlichten Overall, deren Helm er unter einem Arm trägt. An der rechten Seite baumelt eine Blasterpistole, die wohl schon bessere Zeiten gesehen hat.


Nun wissen wir also schon einiges über unseren Charakter. Als nächstes sollten wir uns fragen, wer Gerrit Thomson eigentlich ist. Was tut er, woher kommt er, wie ist er so? Hier wird es nun ein wenig detaillierter.

Zunächst einmal sollte man die Gesinnung des eigenen Charakters klären, da diese große Auswirkungen auf viele andere Dinge hat. Ein Charakter, der eher böse gesinnt ist und gerne raubt und stiehlt, wird wohl eher nicht eine Laufbahn als Jedi-Ritter oder Polizeioffizier einschlagen. Umgekehrt verhält es sich ähnlich. Jemand, der sich verpflichtet fühlt, jeder alten Frau über die Straße zu helfen, wäre sicher nicht gerade ein geeigneter Attentäter.

In diesem Fall entscheiden wir uns dafür, dass Thomson jedoch ein recht umgänglicher Zeitgenosse ist.

Nun sollten wir uns langsam fragen, was unser Charakter eigentlich so den Tag über treibt. Ist er ein Feuchtfarmer auf Tatooine? Ein Lagerarbeiter in Coruscant? Ein zwielichtiger Händler? Alles ist möglich, doch auch hier gilt – es sollte alles glaubhaft bleiben. Ein Feuchtfarmer würde wohl kaum mit einer mandolorianischen Rüstung durch die Gegend laufen. Das gleiche gilt für den Lagerarbeiter. Beim Händler sieht die Sache dann schon anders aus. Wenn er hin und wieder ein wenig zweifelhafte Geschäfte betreibt, mag eine solche Ausstattung durchaus angebracht erscheinen.

Für unser Beispiel bleiben wir daher durchaus dabei. Unser Charakter ist nun ein gut gesinnter Händler mit jedoch eher zweifelhaftem Ruf. Wir wissen also nun, wie er heißt, aussieht und womit er seine Brötchen verdient.

Als nächstes stellt sich die Frage, woher der Knabe eigentlich kommt und was er bisher getan hat. Auch hier empfiehlt es sich wieder, ein wenig zu recherchieren, sofern man sich mit der Materie nicht so gut auskennt. Das erste, was einem in den Sinn kommt, ist in der Regel leider nicht das Originellste. Von welchem Planeten stammt Thomson überhaupt? Hat er in der republikanischen Armee gedient? War er der glückliche Sohn zweier reicher Aristokraten oder eher einer von mehreren Kindern auf einer kleinen Farm? Wie ist er dazu gekommen, als Schmuggler zu arbeiten? Fragen über Fragen, die beantwortet werden wollen. Zumindest rudimentär sollte man sich diesbezüglich im Vorfeld Gedanken machen, so dass diese Fragen nicht erst dann aufkommen, wenn man dann im Spiel danach gefragt wird und möglicherweise einige spontane Antworten gibt, die später dann nicht mehr zusammenpassen. Auf der anderen Seite sollte man hier auch nicht zu viel Zeit investieren. Es reicht, wenn man die grundlegenden Eckpunkte klärt. Vieles entwickelt sich dann von ganz allein.

Gerrit wurde übrigens auf Coruscant geboren und ist der Sohn zweier sehr wohlhabender Eltern. Als Einzelkind hat es ihm nie an etwas gemangelt, doch fehlte ihm trotzdem etwas. Er begann, in seiner Freizeit in den unteren Vierteln herumzustreunen und lernte dort durch Zufall einen streunenden, etwa gleichalten Jungen kennen, mit dem er sich über die Jahre gut anfreundete. Gemeinsam beobachteten sie stundenlang die großen Raumschiffe und die Geschäfte rund um den Raumhafen und beschlossen irgendwann, auf dem erstbesten Schiff durchzubrennen. Im Gegensatz zu seinem Freund schaffte Thomson es aufgrund seiner charismatischen Art und der ihm angeborenen schnellen Auffassungsgabe schon bald zu einem eigenen Schiff, verlor es jedoch kürzlich bei einem Pokerspiel. Anschließend musste er auf einem alten Kahn anheuern, um über die Runden zu kommen, was seine Laune in letzter Zeit etwas sinken ließ.

Diese Art der Hintergrundgeschichte reicht als kleiner Leitfaden völlig aus und bietet für die Zukunft viele Möglichkeiten. Beispielsweise könnten seine Eltern irgendwann versterben und ihm genug Credite hinterlassen, um sich ein neues Schiff zu leisten.

Um den eigenen Charakter jedoch abzurunden fehlen noch ein paar persönliche Informationen. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen – und auch euer alter Ego sollte über beides verfügen. Hierbei gilt es jedoch auch weiterhin, dass Prinzip der Glaubhaftigkeit beizubehalten. Niemand ist so super, dass er alles kann und keine Schwächen besitzt. Das wäre auch das Schlimmste, dass einem Rollenspieler passieren könnte. Er bräuchte keine Hilfe mehr und daher auch keine anderen Mitspieler. Um es kurz zu machen: Ein solcher Held wäre total langweilig. Daher solltet ihr euch für eure Charaktere sowohl Stärken als auch Schwächen überlegen und diese anschließend ebenfalls schriftlich festhalten.

Aus der Hintergrundgeschichte ist bereits hervorgegangen, dass Gerrit eine gute Auffassungsgabe besitzt und offenbar sehr charismatisch ist. Beides sind positive Eigenschaften. Als negativ könnte man seine offenbar nicht so überzeugenden Pokerfähigkeiten nehmen – in unserem Beispiel ist der Charakter sogar spielsüchtig, was ihm noch einigen Ärger einbringen könnte. Als weitere Schwäche besitzt er akute Höhenangst.

Aber das sind natürlich nur Beispiele. Wieviele Stärken und Schwächen ein Charakter hat, bleibt jedem selbst überlassen, doch sollte man weder über- noch untertreiben. Nun kann man seinem Charakter abschließend noch ein paar Fertigkeiten mit auf den Weg geben, wenn man möchte. Auch hier kann sich im Verlauf eines Spiels viel ergeben.

In unserem Fall kann unser Charakter sowohl Raumschiffe als auch Gleiter fliegen. Außerdem versteht er es, mit einer Waffe umzugehen. Da er zudem einer reichen Familie entsprungen ist, kann man davon ausgehen, dass er etwas gebildeter ist als der gewöhnliche Durchschnittsschmuggler.

Soweit die Schnellanleitung zur Erstellung eines eigenen RP-tauglichen Charakters. Natürlich handelt es sich dabei lediglich um eine einfache Hilfestellung, um dem Thema ein wenig näher zu kommen und nicht um ein komplexes Machwerk. Je nach Neigung kann man einen Charakter noch wesentlich tiefgründiger, aber natürlich auch seichter gestalten. Das hängt letzten Ende aber natürlich von jedem selbst ab.

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