Donald Trump und die Präsidentschaftswahlen

  • Ist ihr gutes Recht. Ich finde es aber schon irgendwie interessant, dass sie so tut, als wären sie und ihre Partei für den Shutdown nicht auch mitverantwortlich.


    40 Milliarden für Israel ist ok (finde ich übrigens auch), womit die u.a. ihre Grenzanlagen finanzieren. Aber 5,6 Mrd. (oder was das waren) für den Grenzzaun in den USA wird abgelehnt???

    Die Demokraten, die dagegen wettern, wie Pelosi, leben doch selber alle in abgegrenzten Wohnsiedlungen ("gated communities").


    Es richtet sich ohnehin nur gegen die Illegalen. Selbst, wenn die Mauer kommen würde, kann man danach immernoch auf legalem Wege von Mexiko einwandern. Greencard etc. ...es wird so getan als sei es Berliner Mauer 2.0 mit Todesstreifen in denen tausende Kinder erschossen werden sollen.:golly:

    „Kein Freund hat mir je gedient und kein Feind mir je geschadet, dem ich es nicht in Gänze zurückgezahlt habe.“


    — Lucius Cornelius Sulla

  • Der Unterschied ist soweit ich das mitbekommen habe aber auch, dass die Gelder in eine bisher noch nie dagewesene High-Tech-Mauer fließen sollen, die a) einen extrem hohen finanziellen Instandhaltungsaufwand mit sich bringt (der nicht von den aktuellen Kosten gedeckt wird), und die bisherigen Entwürfe allesamt ziemlich unbefriedigend sind (nur Donald nennt sie "richtig, richtig gut". :P


    Natürlich ist das Veto dagegen auch eins gegen Trump selbst. Kein Demokrat will, dass er dieses Wahlversprechen auch noch einhalten kann. Trotzdem ist das ja nicht der einzige Grund. Zu behaupten, jeder Demokrat wäre eigentlich seiner Meinung, weil er in einer privilegierten Wohnung lebt und daher pauschal gegen weitere Ausländer ist, halte ich für gewagt. Gegen illegale Einwanderung zu sein heißt nicht zwangsläufig gegen jegliche Einwanderung zu sein. Und Trump hat nun mal mehrfach verkündet, dass die Mauer auch ein politisches Tool ist. Es würde mich nicht wundern, wenn er für dich bereits vorhätte, das Geld von Mexiko zu erpressen indem er die Mauer dann einfach schließt. Das wäre dann die Erfüllung eines weiteren Wahlversprechens.

  • Zitat

    Der Unterschied ist soweit ich das mitbekommen habe aber auch, dass die Gelder in eine bisher noch nie dagewesene High-Tech-Mauer fließen sollen, die a) einen extrem hohen finanziellen Instandhaltungsaufwand mit sich bringt (der nicht von den aktuellen Kosten gedeckt wird), und die bisherigen Entwürfe allesamt ziemlich unbefriedigend sind (nur Donald nennt sie "richtig, richtig gut".

    Über technische Einzelheiten kann man immer streiten. Es geht ja eher ums Prinzip. Die Grenze ist lang und führt durch schwer zugängliche Gebiete. Man muss da schon etwas Geld in die Hand nehmen.

    Es ist halt die Frage was Amerika mehr schadet: Die Kosten für die Mauer + Unterhaltskosten X pro Jahr oder die mit der illegalen Einwanderung verbundenen Kosten. Dieser letzte Kostenpunkt ist eben schwer einzuschätzen und berührt extrem viele Faktoren, aber ich habe letztens gelesen was Wirtschaftsinstitute abschätzen was die Flüchtlingswelle der letzten 4 Jahre Deutschland langfristig kosten soll. Da wird dir schwindelig und die Mauerkosten sind dagegen Peanuts.


    (Ich muss hier nochmal deutlich machen, dass eine "Mauer" für Deutschland keine wünschenswerte oder überhaupt nur realisierbare Option sein kann. Mit der Wüste zwischen Amerika und Mexiko ist es eine völlig andere Situation.)

    Zitat

    Es würde mich nicht wundern, wenn er für dich bereits vorhätte, das Geld von Mexiko zu erpressen indem er die Mauer dann einfach schließt.


    Meintest du in dem Satz "für dich" oder "für die"?



    Und zu dem Video von Tang:


    Es wirkt auf mich ehrlich gesagt so als wäre der Satz damals eher metaphorisch gemeint für angehende Studenten, die "Barrieren" im Leben überwinden sollen.

    Natürlich kann man jetzt sagen, dass es auch anwendbar wäre für illegale Einwanderer, die ihren Lebenstraum, einen Kuchen vom amerikanischen Traum abhaben zu wollen, verständlicherweise verwirklichen wollen. Aber wir reden hier immernoch über Gesetzesbruch.

    Wie wäre es damit die Energie, die notwendig wäre den neuen "Hightech"-Zaun zu überwinden (so diese überhaupt möglich sei zu überwinden), anstatt in solche Dinge steckt, wie die Verbesserung seines eigenen Lebens oder auch seines eigenen Landes, oder wenn es sein muss, um die Vorraussetzungen für die legale Immigration in entwickeltere Länder zu schaffen?


    Natürlich wird sowas für viele nicht erreichbar sein. Die alleinerziehende Mutter aus Honduras oder ähnlichen Ländern, die mit ihren Kindern die Wanderung aufnimmt in der Hoffnung denen ein besseres Leben zu bieten, hat dafür wahrscheinlich kaum andere Möglichkeiten als es mit der "Flucht" zu versuchen. Das produziert natürlich bedauerliche herzergreifende Bilder, die jeden normalen Menschen nicht kalt lassen, aber wenn wir nach diesem Motto verfahren, dann müssten wir 80% der Weltbevölkerung hier zu uns in den "Westen" lassen. Es funktioniert einfach nicht.


    Edit: Übrigens würde eine undurchdringliche Mauer dazu führen, dass die Leute es garnicht mehr versuchen würden, und dann käme es auch nicht mehr zu diesen hässlichen Szenen an der Grenze. Die Leute müssten kehrt machen.

    „Kein Freund hat mir je gedient und kein Feind mir je geschadet, dem ich es nicht in Gänze zurückgezahlt habe.“


    — Lucius Cornelius Sulla

    Einmal editiert, zuletzt von Gnacko ()

  • Gnacko

    Ich meinte "für sich"


    Ja, das ist halt generell so eine Sache. Australien hat Flugblätter über den Flüchtlingsländern abgeworfen und darin kund getan, dass sie niemanden reinlassen. Wer beim Versuch zu Schaden kommt, sei selbst schuld. Das haben sie auch knallhart durchgezogen. Als Ergebnis versucht es nahezu niemand mehr.


    Da sind wir aber wieder bei dem Problem, dass die Ursachen für die Flucht dieser Menschen nicht gelöst wird - viele kommen ja nicht ohne Grund. Viele verhungern, sterben durch Verfolgung, was auch immer. Das kriegt dann in den Ländern, die sich abgeschottet haben, nur nicht mehr mit. Das ist natürlich eine sehr bequeme Lösung für die Industriestaaten.


    Hier muss man sich aber meiner Meinung nach eine Sache vor Augen halten: Historisch betrachtet haben die Europäer den Mist in vielen Flüchtlingsländern durch ihre Koloniesierungs- und Ausbeutungspolitik erst verursacht. Wäre das nicht geschehen, hätten sich ganze Kontinente anders entwickelt und es wäre möglicherweise nie zu einer solchen Situation gekommen.


    Von daher sehe ich da schon eine gewisse Verantwortung der westlichen Länder. Das muss jetzt aber nicht heißen, dass man alle hierher einladen und sie aufnehmen muss, was wie du ja schon sagst einfach nicht funktioniert. Was jedoch seit jeher gefehlt hat, ist ein nachhaltiges und für die Leute vor Ort maßgeschneidertes Konzept, dass das Übel an der Wurzel packt und die Länder dort entwickelt, so dass es gar keinen Grund mehr gibt um herzukommen. Nicht einfach, keine Frage - insbesondere, wenn das wirklich langfristig Früchte tragen soll. Aber eine andere Lösung gibts meiner Meinung nach nicht.

  • Ja das mit den Ursachen der Flucht ist halt ein Riesenfass, dass man noch extra aufmachen kann. Extrem kompliziert. Europäischer negativer Einfluss wird für viele arme Nationen der Welt sicherlich ein großer Faktor sein. Der Kongo fällt da spontan ein, da haben unsere so harmlos scheinenden belgischen Nachbarn ja wirklich schlimm gewütet.

    Für andere Nationen scheint es zumindest nicht der Hauptfaktor zu sein. Man schaue sich z.b. Äthiopien an.

    Ja, es hatte Auseinandersetzungen mit den Europäern, konnte sich aber trotz einiger Rückschläge größtenteils erfolgreich behaupten. Eine ganze Reihe von europäischen Nationen haben in ihrer Geschichte viel größere Verwüstung durch fremde Völker erfahren und sind heute trotzdem "entwickelter".


    Für jeden Misserfolg den die weniger entwickelten Länder erfahren haben jetzt also den Europäern den schwarzen Peter in die Schuhe schieben zu wollen, kann nicht der Weg sein.

    Afrikaner, Islamische Nationen, Asiaten. Haben soweit es ihnen möglich war auch andere (und sich selber untereinander) ausgebeutet und versklavt. Hunderttausende weiße Europäer wurden auf nordafrikanischen Sklavenmärkten gehandelt, nachdem sie von den Küsten entführt wurden.


    Geographie spielt natürlich auch eine Rolle. Es gibt einige Theorien, dass z.b. das Mittelmeer und die lange Küstenlinie Europas, verbunden mit dem relativ milden Klima, vielen fruchtbaren Flächen und die Verfügbarkeit von domestizierbaren Nutztieren (die meisten heimischen (schwarz-)afrikanischen, amerikanischen und ozeanischen Tiere eigneten sich nicht zur Arbeit/Züchtung/Kriegsführung) zu einem enormen Startvorteil für die Europäer geführt hat.

    Sollen wir diesen Jahrtausende alten Startvorteil jetzt irgendwie ausgleichen? Wohlmöglich ist es unsere Verantwortung in armen Ländern mehr zu tun. Ich wäre dafür.


    Aber um Scholl-Latour (RIP) zu zitieren: "Wer halb Kalkutta aufnimmt hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta!"

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    — Lucius Cornelius Sulla

  • Ich weiß ja nicht, wie genau ihr das verfolgt. Die Hauptargumente für die Mauer sind Verbrecher, Terroristen, Drogen, etc.

    Die Drogen nehmen normal den "legalen" Weg über die Grenzübergänge, die Terroristen kommen zu 90% mit dem Flugzeug.

    Die meisten Illegalen in den USA kommen mit einem regulären Visa ins Land und verlassen es mit Ablauf des Visa halt nicht mehr.

  • Ich habe andere Zahlen gelesen, dass es ca. 50-50 ist mit den abgelaufenen Visas im Vergleich zum Übertritt ohne Visa. Mal ganz davon abgesehen, dass das schon einen Unterschied macht wie man ins Land kommt. Gerade die kriminelleren Elemente bekommen schwerer Visa und müssen dann den anderen Weg gehen. Und wenn die USA Visa für bestimmte Einwanderer ausstellen, dann ist das Risiko, dass sie einfach nach Ablauf bleiben schon mitberücksichtigt. Sprich: Es ist eine gewisse Einwanderung auf diese Weise zumindest toleriert.

    Immerhin hat der Staat hier noch eine Einflussmöglichkeit: Er könnte Visa-Anforderungen verändern und so den Strom regulieren. Was durch die bisher nicht flächendeckend überwachbare Südgrenze ohne Visa durchkommt, das kann er überhaupt nicht beeinflussen.


    Die Drogenpolitik in den USA ist eine Katastrophe und ein ganz anderes Thema. Natürlich werden in der Regel nicht tonnenweise Stoff durch den Rio Grande und die Wüste zu Fuß geschleppt, aber möglicherweise kommen Personen, die in den USA den Vertrieb organisieren?


    Das mit dem Terrorismus hat sich ja tatsächlich als Hysterie herausgestellt. Es gab ja Vermutungen, dass ISIS wohlmöglich von Süden über die "grüne" Grenze ins Land kommen wollte, es wurden allerdings nur sehr vereinzelt Leute aufgegabelt.

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    — Lucius Cornelius Sulla

  • "Selbst für Donald Trumps Verhältnisse ist diese Lüge bemerkenswert: Angeblich hat er nie gesagt, dass Mexiko für die Grenzmauer zahlt - behauptet er. Die "Washington Post" hat 212 Gegenbeweise gefunden. " - SPIEGEL Online


    lol :D


    Wobei das etwas irreführend ist. Er sagt ja auch weiterhin, dass sie dafür zahlen werden. Nur nicht gleich. Was allerdings gleichbedeutend mit "nie" sein wird. ;)

  • Naja wo wir schon bei einseitiger Berichterstattung sind: ^^

    (Spiegel ist links)



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    — Lucius Cornelius Sulla

  • ich habe das letzte Mal schon eine Diskussion darüber angefangen, weil mich das so geärgert hat, diesmal wollte ich mich eigentlich zurückhalten. Dennoch finde ich es albern, renomierten Medien eine politisch eindeutige Gesinnung zu unterstellen, welche die Objektivität ihrer Berichterstattung in Frage stellt. Haben sie irgendetwas erfunden, falsch berichtet oder gelogen?


    Wenn nicht berichten sie nur, was passiert. Ob das deiner Ansicht gefällt oder nicht, Gnacko. Würde mich aber auch mal interessieren, welche Medien du für neutral hältst. Oder gibt es die nicht, sondern nur "Lügenpresse"? ;)

  • @Tang


    Keine explizit. Man muss sich seine eigenen Gedanken machen. Journalisten an sich sind schon im Durchschnitt eher links, was ok ist, Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Verschiedene Berufsgruppen haben verschiedene Einstellungen, damit ist grundsätzlich erstmal nichts verkehrt. Man muss sich dessen aber erstmal bewusst werden.


    Ich z.b. habe in meinen Bookmarks auch Spiegel-Online (auch weil sie über unpolitische Themen teilweise sehr professionell berichten) etc.

    Sogar BILD.de ...die reden dem Volk zwar nach dem Mund für die Auflage, zumindest weißt du 5 min nachdem irgendwo wieder was passiert ist bescheid ^^


    Was mir in der heutigen Zeit halt fehlt, gerade bei den so geliebten US-Late-Night-Shows ist die kritische hinterfragende Attitüde. "Orange man bad" eben. In Deutschland ist es nicht viel anders. Heute-Show und Böhmermann sind teilweise ziemlich witzig und gut gemacht, aber meiner Meinung nach oft völlig auf dem falschen Dampfer von der Einstellung. Wo sind die Harald Schmidts, die kaum einen Blatt vor den Mund nehmen und gerade dadurch wirklich witzig waren. Politisch "inkorrekte" Witze wurden halt spasseshalber gemacht und als das verstanden. Heutzutage gibt es oft nur dieses "virtue signaling" (schaut her wie progressiv ich/wir sind) und ein falsch verstandenes Empfinden von "political correctness". Ich persönlich finde sowas dem eigentlichen Diskurs abträglich, und (darüber kann man sich natürlich streiten) teilweise auch sehr unwitzig.


    Um deine Frage zu beantworten: Man kann sich jede Seite anschauen, aber sollte sich im Klaren sein welche Agenda verfolgt wird.

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    — Lucius Cornelius Sulla

  • Keine. Was meinst du überhaupt mit "neutral"? Kein Journalist ist völlig neutral und sachlich, das wäre auch nicht menschlich.


    Das heißt natürlich nicht das man keine Zeitung lesen oder Nachrichten schauen oder Online-Ausgaben wahrnehmen kann oder sollte. Aber man sollte sich informieren, was eventuell dahinter steckt.


    "Cui bono?"


    Die Frage hat Cicero schon vor über 2000 Jahren gestellt.

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    — Lucius Cornelius Sulla

  • Passt am ehesten hier rein, da es letztens auch um Medien ging. Einer der die Branche am eigenen Leib erfahren hat, beschreibt mal wie er die Wetterberichterstattung empfindet:


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    Ist natürlich auch nicht völlig uneigennützig, sind ja auch Konkurrenten für ihn, aber bekannt kommt einem das schon vor.

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    — Lucius Cornelius Sulla