• Irgendwie bin ich ja doch etwas fassungslos.


    Ursula von der Leyen soll jetzt die Kommission der EU anführen? Das kann einfach nur ein Witz sein.


    Wenn sie eins in den letzten Jahrzehnten bewiesen hat, dann dass sie für die Leitung eines Ressorts völlig ungeeignet ist. Das einzige, was stets hervorragend lief (ausgenommen bei der Bundeswehr, wo die Pannen wohl einfach mittlerweile zu zahlreich und offensichtlich waren) war ihre Eigen-PR. Da war sie stets Spitze - vermutlich unterstützt von den zahlreichen Beratern, die sie auf Staatskosten verpflichtet hat.


    Überall hat sie stets große Projekte angekündigt, die Zeitungen waren voll von ihr und ihren wagemutigen Ideen - aber kaum war sie weg, stellte sich alles als große Geldverbrennung und heiße Luft dar. Selbst das Mobbing eines Mitarbeiters als Arbeitsministerin hat sie ohne Kratzer überstanden, ebenso wie nun die Berater-Affäre bei der Bundeswehr, wo sie mit der selben Masche wie schon beim Arbeitsamt zuvor Millionenkosten durch externe Berater verursacht hat - und wie man seit Frau Suder weiß wurden auch reichlich Verträge unter der Hand an Freunde weitergereicht, und das wohl kaum ohne ihr Wissen.


    Aber vielleicht wollte Merkel sie auch so schnell wie möglich nach Brüssel schaffen, bevor bei der Bundeswehr noch mehr rauskommt und damit man da auch ja eine Deutsche sitzen hat.


    Trotzdem - so eine Frau soll jetzt Europa führen? Das ist in meinen Augen einfach nur lächerlich, wenn man ihren Background mit einbezieht. Sie wird´s sicher freuen. Kanzlerin konnte sie ja nicht mehr werden und bei der EU kann sie jetzt finanziell richtig in die Vollen gehen. Apropos Kanzerlin nicht werden können - AKK wurde nach ihren abstürzenden Werten dann wohl auch mehr oder weniger ins Verteidigungsministerium gerettet. Man will ja nicht, dass die arme in Kürze am Hungertuch nagt - denn Kanzerlin wäre die auf normalen Weg garantiert nicht geworden.


    Und da fragt sich noch einer, warum man der Politik nicht traut. Was Deutschland gebraucht hätte wäre eine jüngere Merkel, die sowohl national als auch international punkten kann.


    :thumbdown:

  • Das war leider abzusehen.

    Ich hätte gerne eine Europäerin deutscher Herkunft als Kommisionspräsidentin. Denn das braucht die EU derzeit sehr dringend. Doch Frau von der Leyen hat leider keinerlei Kompetenz für diesen Posten mit Ausnahme dessen, dass sie bereits als Politikerin bekannt ist und Erfahrung hat, was ein Manfred Weber nicht hat.

    Das ist leider ein Trend, der in den letzten Jahren immer mehr ans Licht kommt. Hinterzimmerpolitik, geheime Absprachen, fehlender Kontakt zu den Bürgern, Missachtung eigener Aussagen/Wahlversprechen.

    Wo früher (Flop-)Manager von einem Vorstand in den nächsten gewechselt sind, von Bahn bis Flughafen so ziemlich jedes Projekt vergeigt haben und dann mit Millionenabfindungen nach Hause gingen, zieht seit einiger Zeit die Politik nach.


    Themen sind unwichtig geworden und dienen nur noch im Wahlkampf dazu, Stimmen zu sammeln. Am Ende zählt nur, wer welchen Posten bekommt. Ob dabei jemand sein Gnadenbrot bekommt oder weggelobt wird um nicht die eigene Machtposition zu gefährden, spielt kaum mehr eine Rolle.


    Warum haben wir Spitzenkandidaten und Themen gewählt, wenn das nun völlig unbeachtet bleibt? Das ist ein Arschtritt für die Demokratie und ich hoffe, dass in ganz Europa die Verantwortlichen bei den nächsten Wahlen die Quittung dafür bekommen.

  • Naja, da liegt das Problem. Wie will man ihnen die Quitting geben? Wen soll man wählen?


    Es gibt keine wirklichen Alternativen. Profitieren werden letzten Endes hauptsächlich die Populisten, denn die bekommen durch solche Kungeleien der ehemaligen Volksparteien den größten Zulauf. Viele Menschen wollen das auch einfach nicht mehr hinnehmen und hoffen dann eben auf die, die behaupten es anders zu machen - und da sind die am lautesten, die sich ohnehin nicht durch Moral und Ehrlichkeit behindern lassen.


    Was die Grünen hier in Deutschland betrifft... tja. Mal sehen, was sie aus ihren Werten machen. Bisher ist da seit der Wahl nicht viel gekommen, und Meldungen entzaubern die Partei eher als das man das Gefühl hat, das Richtige getan zu haben. Dass die dreckigsten Städte Deutschlands beispielsweise schon seit einiger Zeit von Grünen gemanaged werden, lässt jedenfalls tief blicken.

  • vdL ist meiner Meinung nach das kleiner Übel im Vergleich zu Weber. Außerdem hat sie ja kein Ressort mehr wo sie Geld verschwenden kann.

    Der Kommissionspräsident ist ja rein ein Vermittler. Meine Befürchtung ist nur, dass ihre Kontakte zur Rüstungsindustrie die EU-Staaten viele Milliarden kosten könnten.

    https://www.bmvg.de/de/themen/…it-und-verteidigung/pesco

    https://de.wikipedia.org/wiki/Future_Combat_Air_System

  • Solange die Berater legal verpflichtet sind und die Verträge mit der Industrie auch so gestaltet sind, dass das Verursacherprinzip gilt, ist das alles noch in Ordnung. Womöglich kann die an der Position wirklich nicht viel kaputt machen und ihr Standpunkt hinsichtlich Europa ist zumindest förderlich.

  • Was mir im Rahmen der Entscheidung zur Wahl von der Leyen als EU-Präsidentin auch aufstösst, ist das jetzt die Karrenbauer ihren alten Posten übernehmen soll.

    Die AKK(47) scheint kaum bis wenig aussen- und sicherheitspolitische Erfahrung zu haben, trotzdem darf sie jetzt die Bundeswehr managen.

    Das sieht für mich eher so aus, als ob die Gute erstmal von der Wahl zum Kanzlerposten fern gehalten werden soll und dafür in ein bereits belastetes Amt gedrückt wurde(Achtung Spekulation).

  • Solange die Berater legal verpflichtet sind und die Verträge mit der Industrie auch so gestaltet sind, dass das Verursacherprinzip gilt, ist das alles noch in Ordnung. Womöglich kann die an der Position wirklich nicht viel kaputt machen und ihr Standpunkt hinsichtlich Europa ist zumindest förderlich.

    "Legal" sind sie in dem Sinne ja immer, nur eben oft in keinster Weise sinnvoll und oft unangemessen üppig bezahlt. Im Falle des Arbeitsamtes gingen Dutzende Millionen Euro über den Tisch - und mit welchem Ergebnis kam die Berater-Firma dann letzten Endes nach nur wenigen Monaten zurück? "Um mehr Arbeitslose vermitteln zu können müssen sie mehr Stellen schaffen." Echt jetzt? Und als dann raus kam, mit welch überzogen Salären dort gearbeitet wurde, hat die Firma dann sogar von sich aus auf Millionen verzichtet. Das lässt schon tief blicken und zeigt, wie der Hase läuft.


    Und was das Verursacherprinzip betrifft... die Kosten zahlt der Staat. Frau von der Leyen hat nirgendwo je Verantwortung übernommen. Auch bei der Bundeswehr wird sie es nicht tun, sie ist ja im Rekordtempo nach Brüssel geeilt. Und AKK ist auch save, das war ja schließlich alles ihre Vorgängerin. Die wird jetzt versuchen so gut wie möglich bei der Aufarbeitung der vielen Probleme der Bundeswehr zu glänzen, um sich doch noch als Kanzerin in Stellung zu bringen. Bei dem vielen Mist, den Ursula angehäuft hat, könnte das sogar klappen.


    Fazit: Ganz egal, was bei der Aufarbeitung der vielen Probleme herauskommen wird - die Zeche zahlt wieder einmal der Steuerzahler.


    Was Europa betrifft, sehe ich das anders. Als Kommisionspräsidentin hat sie großen Einfluß, und soll Europa federführend mitgestalten. Eine schwache Person auf dieser Stelle wird insbesondere den EU Gegnern in die Hände spielen - darum haben die sie ja auch gewählt. Und was ihren Standpunkt betrifft: Von der Leyen hat sich nie groß zu Europa geäußert. Alles von ihr war stets schwammig. Erst als sie für die Wahl vorgeschlagen wurde, hat sie angefangen ein eigenes Profil zu entwickeln. Ein Profil, dass darauf ausgelegt war, sie zu wählen. Eine Person, die hier ihre Überzeugungen vertritt ist sie mit Sicherheit nicht.


    Und jetzt, wo sie so knapp gewählt wurde, ist Zahltag. Jetzt wird sie ihre vielen Versprechungen Abgeordneten gegenüber einhalten müssen, die sie sonst nicht gewählt hätten und mit denen sie ihre Wahl gekauft hat.